Alpen-Tour 10. - 16.06.2012 ***
Was Dirk und mir letztes Jahr verwehrt war, konnten wir dieses Jahr endlich genießen. Eine Woche Alpen mit der Überquerung von 21 Pässen.
Sonntag, 10. Juni



... beide drauf...

...Dirk der Verzurrkünstler.

Geschafft! Sauber befestigt und keine gegenseitige Berührungsmöglichkeit. Es kann losgehen. Es ist kurz nach 13:00 Uhr.


Zünftige Mahlzeit


Obwohl ich das Navi auf „Mautstrecken vermeiden“ gestellt habe, erreichen wir die östereichische Grenze mit einer Mautstation. Auch ein Drehen ist hier nicht mehr möglich. Es muss gelöhnt werden. 11 € werden wir für ein paar Kilometer los. Allerdings ist die Plakette für 10 Tage und die Rückfahrt zugelassen.
Mellau
Das Navi weist uns einen schmalen Waldweg aus. Keine Einbahnstraße! Es geht steil nach oben und hier passt wirklich nur ein Auto auf die Straße. Glücklicherweise kommt uns niemand entgegen, denn alleine schon die Haarnadelkurven haben es in sich. Es geht höher und höher und zwischenzeitlich bezweifeln wir schon den richtigen Weg gefahren zu sein. Was ist, wenn die Straße in einer Sackgasse endet? Wie soll man hier mit dem Hänger drehen? Die Zweifel aber waren unberechtigt. Ganz oben befand sich die Pension Sonnenberg. Die erste und die letzte Unterkunft unserer Reise. Hier sollte das Auto eine Woche stehen bleiben.
Eine schöne Pension mit Parkplatz für Auto und Hänger und Scheune, wo wir unsere Motorräder in der Nacht unterstellen konnten

...Blick auf den Balkon vor dem Zimmer...

...und der tolle Blick vom Zimmer aus.

Ein reichhaltiges Frühstück mit Brot, Brötchen, frischem Obst, Müsli etc, sehr lecker



Zum Eingewöhnen fahren wir nun die schmale Straße unserer Unterkunft mit ihren engen Kurven runter bis auf die Hauptstraße von Mellau. In gemütlichem Tempo durchfahren wir Schoppenau, Bad Hopfreben bis wir Schröcken erreichen. Der Puls erhöht sich, als sich die ersten Serpentinen des Hochtannbergpasses vor uns auftun. Trockene Straßen lassen ein beschwingtes Kurvenwedeln zu und so erleben wir einen perfekten Einstieg zu unserer Alpentour.
Der erste Pass ist bezwungen und das Hahntennjoch wartet schon auf uns. Hier müssen wir die Fahrt etwas vorsichtiger angehen, da die Schattenseiten der Straße gefährlich naß und glitschig sind.
Auf dem Gipfel des Hantennjochs


Leichter Unmut bei mir ( linkes Bild oben ) nachdem ich festgestellt habe, dass ich ( mal wieder

Aber das Fahren funktioniert.
Wir wollen die Kaunertaler Gletscherstraße erkunden. Doch vorher führt uns unsere Fahrt noch zum Gacher Blick, der uns einen tollen Ausblick auf das darunter liegende Inntal und die umliegenden Berge gibt.

...traute Zweisamkeit...


...das Aussichtsrestaurant...

...mit Superblick...

...auf das Inntal.



Bis jetzt hatten wir mit dem Wetter Glück gehabt. Doch auf der Kaunertaler Gletscherstraße erwischte uns 5 Kehren vor dem Gipfel plötzlich Schneegestöber. Wir mußten umkehren und je tiefer wir kamen, desto mehr verwandelte sich der Schnee in Regen. Glücklicherweise hielt dieser Zustand nicht lange an. So konnten wir die Norbertshöhe, sie liegt zwischen Nauders und Martinsbruck, wieder im Trockenen genießen.
Bevor wir unseren letzten Berg am heutigen Tag angehen ist noch billiges Tanken angesagt. Auf der Reschenstraße biegen wir bei Vorderrauth ab Richtung Somnau. Hier befindet sich eine zollfreie Zone und man kann tanken für Preise wie vor Jahren
1,17 € für bleifreies Benzin

Was man beim Benzin gespart hat wurde man im Cafe bei Wucherpreisen teilweise wieder los.

Glücklicherweise haben wir unsere Moppeds auf einer Anhöhe geparkt. Ich hatte vergessen, den Schlüssel abzuziehen und als wir vom Cafe zurück kamen, ließ sich die Deauville nicht mehr starten. Aber im 2. Gang beim Runterrollen brummte der Motor wieder


Es wird Zeit, unsere nächste Unterkunft anzufahren. Der Reschenpass mit seinen 1500 m ist für heute die letzte Hürde die es zu erklimmen gibt. Die langsam näher rückenden dunklen Regenwolken geben uns zusätzlich Motivation, den Gashahn etwas weiter aufzudrehen und so kommen wir am späten nachmittag in Reschen an.
Direkt am Straßenrand der Hauptstraße liegt Garni Wallnöfer.
Schon das Schild besagt, dass hier Motorradfahrer willkommen sind

Der kleine Weg links am Haus führt zu einer Scheune, wo man die Motorräder kostenlos unterstellen kann.

Hier ein Blick auf den Reschensee direkt vor dem Hotel. Die versunkene Kirche ist von hier nicht zu sehen.

Inzwischen regenet es aus vollen Eimern und wir wollen unsere Zimmer belegen.
Die Zimmer sehr sauber und gepflegt. Kann man nichts dagegen sagen!

Wenn man so lange wie Dirk und ich ohne Mittagessen auf dem Motorrad gesessen hat, da macht sich langsam ein Knurren im Magen bereit. Schon im Internet wurde darauf hingewiesen, dass es hier nur Frühstück gibt, der Wirt aber 3 km entfernt eine Pizzeria besitzt und dorthin seine Gäste kostenlos mit dem Auto hin und zurüch fährt. Genialer Shuttle-Service. Das Essen war dort gut und preislich angemessen.
Auf der Rückfahrt zur Unterkunft regnete es immer noch in Strömen und ein Blick auf die Berge verhieß nichts gutes! Selbst im Dunkeln konnte man erkennen. dass die Schneegrenze immer tiefer Richtung Tal wanderte.
Dienstag, 12. Juni ( ca. 150 km )
Der heutige Tag sollte ein Highlight werden. Unter anderem wollte das Stilfser Joch bezwungen werden. Unfallfrei oben angekommen, hätte uns sicherlich irgendeiner zum Motorrad-Ritter geschlagen.


Und so sollte die heutige Tour aussehen!

Schon am Frühstückstisch sahen wir die Katastrophe mit einem Blick aus dem Fenster. Regen, Nebel und die weit nach unten schneebedeckten Berge. Das Stilfser Joch war wegen der weißen Pracht gesperrt und es bestand keine Hoffnung, dass das Wetter im Laufe des Tages umschlägt.
Kurze Lagebesprechung zwischen Dirk und mir mit dem Ergebnis, dass wir den kürzesten, direkten Weg zur nächsten Unterkunft nehmen.
Also rein in die Motorradostfriesennerze und durch.
Und so sah dann die Strecke aus, die wir fahren wollten. Außer dem Ofenpass immer schön im Tal bleiben. Länge ziemlich genau 100 km.

Es war ein Sauwetter! Desweiteren steckte natürlich noch der Frust in einem, das Stilfser Joch endgültig verpaßt zu haben. Nach etwa 50 km erreichten wir den Ofenpass. Im angepaßten Tempo tuckerten wir Richtung Gipfel. Das Visier mußte ich etwas geöffnet lassen, um das Beschlagen zu verhindern. Nach zwei Dritteln wurde es mulmig! Der Regen ging in Schnee über. 2 Kurven später blieb er auch noch auf der Straße liegen und kurz vor dem Gipfel kam noch Eis dazu. Was tun? Stehen bleiben? Umkehren?
Wir haben uns für die Flucht nach vorne entschieden. Im Schrittempo ließen wir unsere Moppeds den Pass hinunter rollen bis der Schnee wieder langsam in Regen überging bzw. die Straße wieder schneefrei war. Im Nachhinein muss man sagen, dass wir unheimlich Glück gehabt haben, dass wir aus dieser Lage gesund herausgekommen sind.
Es war gerade einmal 13:00 Uhr als wir unsere nächste Pension in schweizerischen Bever erreichten.
Das war unser nächstes Domizil. Ganz rechts außen...da schläft Dirk schon


Unsere Zimmer befanden direkt an der Hauptstraße mit Bushaltestelle vor der Tür. Aber das war noch nicht alles. Sowohl 20 m seitlich als auch direkt hinter dem Haus verliefen Bahngleise. Und eines dieser Bahngleise wurde um 1 Uhr nachts neu gestopft.

Hinter dem Haus befand sich ein Parkplatz, auf dem wir die BMW und die Ville abstellen konnten

Bever war früher ein blühender Ort und wurde erst später durch das etwa 8 km entfernte St. Moritz etwas ins Abseits gestellt. Die tollen Villen im Ort belegen das.
Auf der Suche nach einer warmen Mahlzeit wurden wir auf Nachfrage zu einem Restaurant auf der gegenüberliegenden Seite geschickt. Nachdem wir aber gelesen hatten, dass ein Schnitzel mit Pommes 37 Sfr kosten sollte, haben wir das Angebot unserer Wirtin angenommen ein Menue für 20 Sfr bei ihr zu bestellen.
Die Klamotten sind wieder trocken und der Regen...welch Glück...hat aufgehört. Auf Nachfrage bei unserer Wirtin sind auch alle Pässe offen, sodass wir heute endlich wieder zum Fahren im Trockenen kommen. Und die schönste Nachricht: Das Wetter soll im Laufe der Woche immer besser werden.
So soll heute unsere Strecke verlaufen. Angefangen vom Albulapass über den Glaspass, Julierpass, Malojapass und Splügenpass bis nach Nufenen.

Uns erwartet ein Mix aus Sonne und Wolken und so erreichen wir schon kurz nach dem Start den noch vor Stunden mit Schnee bedeckter Straße 2315 m hohen Albola.

Noch bei unserer Ankunft hat der Wirt die letzen Reste Schnee von der Straße gekehrt

Beim Rundumblick bietet sich einem ein grandioser Anblick!

Eingekehrt sind wir hier nicht. Wir sind ja erst ein paar Minuten gefahren und so schwingen wir uns wieder auf's Motorrad, den Glaspass im Visier.
Noch auf den ersten Kurven des Glaspasses bot sich einem ein tolles Panorama, doch je höher wir kamen, desto nebeliger wurde es und verwehrte uns den Blick auf die umliegenden Berge. Oben angekommen...
Glaspass 1850 m


...war eigentlich außer Nebel und ein paar Motorradkollegen nichts zu sehen.
Da es auch noch anfing zu nieseln, entschlossen wir uns umzukehren ( da oben ist Sackgasse ) und erst einmal ein paar hundert Meter weiter unten bei Untertschappina in eine gesichtete Pension mit der Möglichkeit, einen Kaffee zu trinken, einzukehren.
So unscheinbar es von draußen aussah, umso überraschender war, was sich hinter dem Haus bot.

Hier gabe es eine Sauna...

...und den Hotpot

In diesem finnischen Hotpot badet man bei 36 - 38 Grad Celsius warmen Quellwasser mit Whirlpoll Funktion und damit einer vitalisierenden Funktion der Haut durch feinste Luftbläschen. Geheizt wird mit Holz. Das Aufheizen dauert rund 3 Stunden. 5 - 7 Personen haben darin Platz und können bei gutem Wetter die herrliche Bergaussicht genießen.
Wie man erkennnen kann, sind die Regenwolken abgezogen und so ist der Weg frei zum Julierpass.
Dieser beginnt etwa auf Höhe von Tiefencastel und erstreckt sich auf ca. 35 km.
Auch hier oben kann man sich an der tollen Natur gar nicht satt sehen.

ein Gebirgsbach...

... und der Marmorastausee

Wieder im Tal angekommen schlängelt sich die Straße an wunderschönen, großen Seen entlang, dem Silvaplanersee und Lej da Segl.
Wir nähern uns dem Malojapass ohne es eigentlich zu merken. Die Straße führt leicht bergauf bis kurz hinter dem Dorf Maloja. Dann aber geht es steil bergab bis Casaccia. Schade, den Pass wären wir gerne in anderer Richtung bergauf gefahren.
Der letzte Berg für heute steht an, der Splügenpass. Der Spass fängt etwa bei Chiavenna an und läßt uns herrlich Kurven bis zum Gipfel fahren.
Es fing an zu nieseln und Dirk verpürte keine Lust abzusteigen

Gipfel

solche Kurven und die Straße ist nass


Dirk "tastet" sich nach unten

So erreichten wir nachmittags unser heutiges Etappenziel, Nufenen. An der Hauptstraße steht das Restaurant Rheinwald.
Wir ahnen schlimmes

Unsere Zimmer befinden sich im hinteren Teil des Hauses. Ein schmaler Flur trennt 5 Zimmer auf der einen Seite und die Toilette mit der gleichzeitig im Raum befindlichen Dusche. 5 Zimmer, theoretisch 10 Personen und auf dem Gang ein Klo bzw. eine Dusche. Unfassbar! Aber es kommt noch doller. Unsere Zimmer:
Ein Holzkasten! Wände und Decken aus inzwischen nachgedunkelten Kieferpanelen

Und so sah am nächsten Morgen das Frühstück aus! Wohl gemerkt für 2 Personen!
4 Marmeladendöschen, ein Stück Käse, eine dünne Salami sowie 2 Brötchen und 2 Hörnchen

Aber bei dem Wetter...

...läßt man sich die Laune nicht verderben


Wir sind froh, an diesem Mittwoch Morgen dieses "Restaurant" verlassen zu können. Um auf unsere 22 Pässe kommen zu können, müssen wir den verregneten Dienstag kompensieren. Der heutige Tag bietet sich von der Strecke her an.
Angehen wollen wir den San Bernadino, Lukmanierpass, Oberalppass, St. Gotthard, den Nufenenpass und zum Schluß den Grimselpass. Viel Futter!
Fangen wir an mit...
Das Wetter ist, wie angekündigt, trocken und die Sonne kommt raus.Beste Vorraussetzung für einen kurvenreichen Tag. Und so erreichen wir unsere erste Passhöhe, den San Bernardino.
Der Bergsee am San Bernardino
Wir waren früh losgefahren und dementsprechend zeitig hier oben. Kein Verkehr, keine Motorradkollegen. Doch was steht im unteren Bild rotes neben dem Auto?
...ein Fahrrad!
Wir fassen es nicht! Es ist früher Vormittag, wir haben gerade von Nufenen mit dem MOTORRAD 500 HÖHENMETER hingelegt und da treffen wir einen Deutschen, schätzungsweise zwischen 50 und 60 Jahren, der uns erzählt, er habe gerade mal ein paar Tage frei, und wolle mit dem Fahrrad ein paar Pässe hoch und runter fahren.
Wohlgemerkt, die durchschnittliche Steigung beträgt 7 %.
Diesem Mann zolle ich großen Respekt!
Es geht wieder abwärts und bei Arbedo Castione biegen wir recht ab auf die E35. Nach ca. 10 km erreichen wir den Ort Biasca der etwa 290 m über dem Meeresspiegel liegt. Hier beginnt langsam der Aufstieg zum Lukmanierpass. Spektakuläre Kurven sucht man hier anfangs vergebens, aber je höher man kommt, desto beeindruckender und höher werden die Berge. Nicht weit von der Passhöhe entfernt muß es eine Bademöglichlkeit im Fluß geben. Hinweisschilder geben Auskunft darüber. Aber von der Straße aus hat man keinen Einblick.
Oben angekommen....
...genehmigten wir uns erst einmal im Hospiz mit dem dahinterliegenden Stausee Lai da Sontga Maria enen Kaffee.
Ein paar hundert
Meter weiter eine Kapelle
Doch wir hatten heute noch mehr vor. Also wieder aufs Motorrad.
Der Aufstieg zum Oberalppass ist mit engen Kurven gespickt. Auch hier hatten wir Glück, dass wir von starkem Verkehr verschont blieben.
Der vor dem Restaurant gelegene See war noch zugefroren
Kein Wunder, wenn man sieht, was noch für Schneemassen vorhanden sind
Ansonsten aber war der Ausblick auf die umliegenden Berge nicht allzu interessant. Und so hielten wir uns auch nicht lange auf und fuhren Richtung St Gotthard.
Es führen verschiedene Strassen auf den St Gotthard, unter anderem die etwas ältere Strecke, genannt TREMOLA, eine mit teilweise Kopfsteinpflaster besetzte Strasse, die wir allerdings nicht hinauf gefahren sind. Wir benutzten die neu ausgebaute Strasse.
Hier oben war es bitterkalt! Kaum zu glauben, dass hier permanent Busse eintrudelten, deren Fahrgäste kurzärmlich und mit kurzen Hosen entstiegen.
Hinter unserem Abstellplatz ein kleiner See
Eisschollen knapp unter der Wasseroberfläche
Die obligatorischen Souveniers dürfen an solch einem Ort nicht fehlen
Das Fliegerdenkmal zu Ehren von Adrien Guex
Es ist schon nach 12 Uhr Mittag und diesen Touristenort muss man nicht stundenlang besichtigen. Nach dem Genuß einer sündhaft teueren Bratwurst sitzen wir wieder auf. Der weitaus höhere Nufenenpass muss heute auch noch erreicht werden.
Über Sustenegg und Hospental errreichen wir die Furkastraße. Diese führt uns direkt zum Nufenenpass. Die letzten Meter bis zur Passhöhe sind links und rechts mit meterhohen Schneebergen gesäumt.
Schnee ohne Ende...
Eigentlich ist der Nufenen nur 2.478 m hoch. Hier hat wohl das Navi leicht übertrieben
2493 m! Respekt, aber nicht ganz exakt.
Aber was sind schon lächerliche 15 m Unterschied bei diesem grandiosen Ausblick!
Einer muß noch her! Einer muß es noch sein! Auf dem Weg zu unserer nächsten Unterkunft wollen wir uns noch den Grimselpass ansehen.
Bei Gletsch geht es die ersten Serpentinen hoch, vorbei am Totensee bis wir oben auf der Passhöhe ankommen.
Ankunft Grimselpass
Hier haben sich Dirk und ich schon überlegt, ob nicht einer von uns seine Maschine damit tauschen soll. Auffallen würden wir damit auf jeden Fall !
Das Berghotel haben wir nicht besucht. Es war einfach schon zu spät gewesen.
Aber auch der Blick über die Berghotelterrasse ist einfach grandios
Auf der Abfahrt kommen wir an den Räterichbodensee, Grimselsee und Oberaarsee. Alle drei Stauseen werden vom Kraftwerk Oberhasli betrieben.
Wir hatten heute tolles Wetter, haben eine Menge gesehen, sind aber froh am Nachmittag bei unserer nächsten Unterkunft angekommen zu sein. Hotel Alpenrose in Innertkirchen.
Dieses Haus war das erste, mal abgesehen von unserer Startunterkunft in Mellau, bei dem man sagen konnte: Das ist ein Hotel. Die Zimmer mit Dusche und WC waren sauber und der Preis stimmte auch. Unsere Motorräder konnten wir im Hinterhof geschützt unter einem Vordach abstellen.
Blick vom Hotelzimmer nach hinten hinaus

Der letzte Motorrad-Tag. Wir müssen nach Mellau zum Auto bzw. unserer Pension Sonnenberg zurück. Eigentlich sollte der Tag mit dem Sustenpass beginnen, aber der war gesperrt. Also mußten wir wieder ein Stück zurück und den am Vortag bezwungenen Grimselpass von der anderen Seite überqueren. Anschließend wollten wir uns noch den Furkapass, den Klausenpass und schlussendlich das Furkajoch ansehen.

Und los geht's! Nach einem zwar nicht unbedingt abwechselungsreichen aber immerhin ausreichendem Frühstück genießen wir ein zweites Mal die Fahrt über den Grimselpass. Noch einmal wandern unsere Blicke über die Stauseen.
Aber wir wollen ja neues Gelände entdecken und da kommt uns bei Bevedere der Furkapass gerade recht.
Auf dem Weg zum Furkapass ein kurzer Halt für ein paar Fotos

Wie man sieht, bin ich wieder hinter Dirk. Das hatte deinen guten Grund. Der Regen am 2. Tag hat meinem Navigon-Navi gar nicht bekommen. Hatte zwar noch versucht es vor dem Wasser zu schützen, aber es war wohl zu spat. Aus Protest hat es einfach seinen Dienst eingestellt. Und so mußte Dirk alleine die Führung übernehmen.

Die Auffahrt vom Grimsepass zum Furka....tolle Serpentinen

Bei strahlendem Sonnenschein auf 2.436 m

Die beiden dürfen sich mal ein paar Minuten ausruhen

Ein paar Schritte weiter vorne sieht es dann so aus

Nach kurzer Rast geht es zum letzten Berg, dem Klausenpass. Für mich einer der Highlights unserer Tour. Weniger wegen der Kurvenführung als vielmehr von der Streckencharakteristik. Auf einem Teilstück schlängelt sich die kaum 2 Fahrzeuge nebeneinander fassende Straße am Gebirge entlang, auf der einen Seite steile Felswand, auf der anderen Seite tiefer Abgrund und dieser nur geschützt von einigen schmalen Begrenzungspfosten. Wer hier abstürzt wird sicherlich Monate nicht gefunden.

Zwar sind wir hier auf über 1.900 m aber es ist angenehm warm.

Blick zurück, von wo wir gekommen sind

Auf Grund des herrlich milden Wetters ist Umziehen angesagt. Ab hier geht es bergab und im Tal wird es noch wärmer sein.

Noch einen Kaffee bevor es zur letzten Abfahrt geht.

Etwa nach der Hälfte der Strecke Richtung Tal noch einmal ein letzter Blick auf das Gebirge

Von nun an heißt es vorwiegend im Flachen auf Landstraßen Richtung Mellau fahren.
Über Linthal und Schwanden erreichen wir den Walchensee. Ein willkommender Grund sich diesen auf der Terrasse eines Cafes bei einem Stück Kuchen anzusehen.


Endspurt. Über Vaduz und den letzten Pass, das Furkajoch, erreichen wir am späten Nachmittag Mellau und unsere Unterkunft Sonnberg.
Begrüßung durch den Wirt und die Tiere

Und so endet an diesem Abend der offizielle Teil unserer Tour wie er angefangen hat, in einer Pizzeria. Wir lassen es uns an diesem Abend richtig schmecken und gehen noch einmal die letzten Tage durch.
Unser Ziel, 22 Pässe zu überqueren, haben wir nicht ganz geschafft. Da hat uns der Dienstag mit seinem Dauerregen bzw. Schnee einen Strich durch die Rechnung gemacht. Aber immerhin, es sind 21 Pässe geworden. Und die waren vom feinsten.
Am letzten Abend noch einmal fein gegessen.

Samstag, 16. Juni

Hänger bereit zur Abfahrt.
Es geht wieder nachhause. Es waren tolle Tage, die wir hier verbringen konnten !