Deauville-Seite von Lutz
(geändert (DmD 2017) am 15.07.17)

Navihalterung über Armaturen



Gleich zu Anfang ein Hinweis!
Diese Art von Navi-Halterung funktioniert nur bei den Deauville's  Bj. 2006 und 2007, also bei den Maschinen OHNE verstellbare Scheibe, wie sie bei den Modellen ab 2008 verbaut wurden. Weitere Voraussetzung ist, dass die Scheibe auf "hoch" montiert ist.
 
Eigentlich hatte ich geglaubt, mit der RamMount Lösung in der Mitte des Lenkers als Navi-Befestigung gut leben zu können. Das stellte sich mit Kauf eines neuen Helms als Irrtum raus.
Grundbefestigung von RamMount in Lenkermitte ohne Navi-Halter

Mit dem alten C2 von Schuberth konnte ich ohne den Kopf übermäßig senken zu müssen, den Bildschirm meines ZUMO 660 gut kontrollieren. Jetzt, mit dem Shoei Neotec, geht das gar nicht mehr. Um einen Blick auf’s Navi zu werfen, muss man den Kopf gehörig senken. Das lenkt vom
Verkehrsgeschehen ab und geht gar nicht.
Aber was tun? Neidisch blicke ich auf die BMW-Fraktion, die schon fertig konfektionierte Navi-Halterungen für die verschiedensten Befestigungsorte kaufen können.
Ja, es gibt auch für die Deauville was zu kaufen, aber dazu muss man Löcher oben in das Armaturenbrett bohren und das Ganze mit Schrauben versehen.
Allein schon der Gedanke lässt mich frösteln.
Nee danke! So nicht!
 
Unser Bastler aus dem Forum, Paul_KLE, hat sich etwas gebaut, was meinen Vorstellungen entsprach.

Eine Metallstange befestigt an der Scheibenhalterung! 


Blöd nur, dass ich nicht schweißen kann. Denn zur Befestigung des Rohrbogens müssen kleine Gewindestangenstücke an die Scheibenhalterungen geschweißt werden. Glücklicherweise wohnt um die Ecke ein entfernter Nachbar, der in der metallverarbeitenden Industrie arbeitet. Er erklärte sich bereit, nötige Arbeiten nach meinen Vorgaben zu übernehmen.
Als erstes musste ich mal sehen, wie ich den dicken Kabelbaum der Touratech-Halterung von außen ins Innere befördere. Es war zwar eine blöde Fummelei, die am Ende aus 6 Kabeln bestehende Leitung da durch zu pfriemeln, aber nach 10 Minuten hatte ich sie durch.
 
Die angeschweißten Gewindestücke sind nun an den Haltern dran.
  
Wichtig in dem Zusammenhang ist, dass die Schrauben wirklich IN FAHRTRICHTUNG zeigen!!!

Der Abstand zwischen den Schrauben muss gemessen werden!

24,7 cm sagte mein Zollstock von Mitte zu Mitte Schraube.
Jetzt konnte eine Skizze hergestellt werden.



Mit Hilfe dieser Skizze wollte ich nun aus Pappe ein Probemodell erstellen...........großer Reinfall!
War alles zu instabil.
Also ein altes Holzbrett aus dem Keller geholt und ein Modell aus diesem Material gesägt.....und siehe da, es passte. Der Abstand unterhalb der Brücke war ebenfalls groß genug, dass ich bei angeschraubter Touratech-Halterung das Navi von unten lösen kann

So soll es später etwa mal von vorne aussehen (allerdings 2 cm höher)

So sieht die Befestigung dann hinten aus

Da das Anfertigen der Stange von der Schlosserei doch etwas Zeit in Anspruch nimmt und ich heute im Bauhaus eine 1 m lange Stahlstange mit 10 mm Durchmesser für 2,50 € entdeckt habe, nahm ich mir vor, doch einmal einen eigenen Versuch zu starten.
Wie schon erwähnt, stehe ich mit Metallarbeiten etwas auf Kriegsfuß. Umso erstaunter war ich, wie relativ einfach und sauber das Biegen des Stabes mit Hilfe des Schraubstocks funktionierte. Zentimeter für Zentimeter wurde der Stab gebogen und nach 40 Minuten hatte ich es geschafft.
Mit 1 mm - Stahlbohrer die Löcher angebohrt und mit 3 mm - und zuletzt mit 6 mm - Bohrern die beiden Löcher hergestellt-

Nun raus ans Mopped und anprobiert....

...paßt ohne nachzuarbeiten
Wie sieht es von der anderen Seite aus? Schrauben sind noch etwas zu lang. Die werden noch gekürzt

Der untere Abstand zum Öffnen der Navihalterung ist auch OK.

Jetzt muss alles erst einmal wieder abgebaut, die Schrauben gekürzt und der Bügel lackiert werden.
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Die Schrauben sind abgeflext, die Lackierung getrocknet. Nun geht es an den endgültigen Zusammenbau.


Hinten das Kabel mit Kabelbindern an dem Bügel befestigt

Bow!!! Wie sagt man so schön.......man soll den Tag nicht vor dem Abend loben!!!
Alles zusammengebaut, aber bei geöffnetem Navihalter stößt dieser von innen an die Scheibe!
Da geht es zwar wirklich nur um einen Millimeter, aber Kontakt ist Kontakt.
Also alles wieder abgebaut und ab in den Keller zum Schraubstock.
Untere Enden eingespannt und den Bügel minimal nach vorne gedrückt. Dabei hat die Lackierung natürlich wieder Schaden gelitten und musste nachgebessert werden.
Trocknen lassen und rauf zum nächsten Versuch.

Des weiteren sollte man die Unterlegscheibe zwischen Bügel und Scheibenhalter so groß wählen, dass sie auf dessen Ränder aufliegt (siehe Bild). Wählt man sie zu klein, drückt sie sich zwischen die Ränder auf den Kunststoffscheibenschutz und der Bügel fängt während der Fahrt an zu vibrieren.





Jetzt passt es. Genügend Platz von der Scheibe und guten Blick aufs Navi während der Fahrt
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Inzwischen ist die Edelversion aus V2A-Stahl eingetroffen.


Sieht toll aus und wird auch gleich eingebaut

Da der Halter etwas anders geformt wurde, liegt er besser auf dem Scheibenhalter auf. Um dem ganzen noch mehr Halt zu geben, habe ich den Tip von Paul_KLE beherzigt und zwischen Scheibenhalter und Bügel eine Mutter geschraubt.

Auch von vorne macht alles einen schönen Eindruck



Touratech-Halter angeschraubt, Kabel mit Kabelbindern befestigt.                                               Jetzt fehlt nur noch die Scheibe.

Und wieder gibt es ein Problem!!!!! 

Ich hätte nicht gedacht, dass zwischen einer normalen Eisenstange und V2A-Material ein solch gewaltiger Unterschied besteht. Während meine erste Halterung eine leichte Lochabstandsungenauigkeit noch verziehen hat, hat man bei der Härte von V2A keine Chance. Der Abstand von Lochmitte zu Lochmitte war 3 mm zu groß. Das hatte zur Folge, dass sich die beiden Scheibenhalter auseinander gedrückt haben. Somit liegen Scheibenlöcher nicht mehr exakt über Halterlöchern, sodass die Scheibe sich nicht mehr befestigen lässt.
Also alles wieder abgebaut und den Bügel noch einmal meinem Schlosser zukommen lassen, der in seiner Werkstatt V2A-Material biegen kann. Ich hoffe, er schafft es, den genauen Lochabstand herzustellen. Denn nur so kann man die Navi-Halterung anbauen.

Was lange währt wird doch noch gut ! 

Der Bügel hat jetzt exakt einen Lochabstand von 24,6 cm und läßt sich ohne Probleme, d.h. ohne dass sich die Scheibenhalter verbiegen, einsetzen.
 


Erneut alles zusammengeschraubt, kontrolliert, ob auch ja die Halterung nicht an die Scheibe schlägt, das Kabel mit Bindern fixiert und noch einmal den Neigungswinkel des Halters geprüft.
Zuletzt die Scheibe ohne Spannung angeschraubt........ 


... und fertig ist die Ausführung aus V2A-Stahl